Max Taut

Max Taut (15.Mai 1884 – 26.Februar 1967)

Max Taut, geboren 1884, wurde, wie sein älterer Bruder Bruno, Architekt. In den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts machten ihn vor allem seine sachlichen Bürobauten bekannt. Seine Entwicklung des Rahmenbaus, der die Konstruktion nach Außen hin sichtbar macht, wurde zu einem Symbol der neuen demokratischen Offenheit des Bauens.

1927 gewann  Max Taut den Wettbewerb für den Neubau eines Schulkomplexes in Berlin-Lichtenberg. Mit seinem Entwurf „Drei in einem“, der Verbindung von Schule, Sporteinrichtungen und Aulen setzte er neue Maßstäbe in der architektonischen Umsetzung reformpädagogischer Ideen. Auch die Lage der Schule hatte Auswirkungen auf das städtebauliche Konzept. Der Stadtbezirk Lichtenberg war in den 20er Jahren vorwiegend von Arbeitern und kleinen Angestellten besiedelt, lag also nicht im repräsentativen Zentrum der Stadt. Die Schule sollte deshalb nicht nur städtebaulich sondern auch kulturell ein Mittelpunkt für die Anwohner werden. Der Festsaalbau der großen Aula war  von Anfang an auch als ein öffentlicher Raum geplant. Das zeigt sich sehr deutlich in der architektonischen Gestaltung. Die mit der Freitreppe zum Nöldnerplatz sich öffnende Aula wurde ins Gesamtbauwerk integriert und blieb trotzdem solitär.

Der Schulneubau wurde 1932 nach den Plänen Max Tauts fertiggestellt. Dann erfolgte im Leben der Taut Brüder mit der Machtergreifung durch die Nazis eine Zäsur. Bruno Taut, als „Kulturbolschewist“ eingestuft, ging ins Exil. Max Taut zog sich 1933, nachdem er von der Beteiligung an öffentlichen Bauten ausgeschlossen wurde, ins brandenburgische Chorin zurück.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Max Taut an die Hochschule für Bildende Künste berufen. Dort gehörte er zu den Protagonisten, die die neue Bau- und Architekturschule unter Karl Hofer aufbauten. Später übernahm er die Direktion der Abt. Baukunst an der Akademie der Künste. Max Taut starb 1967 in Berlin und wurde auf dem Friedhof des Choriner Klosters beerdigt. Er hinterlässt mit seinen Werken gerade in Berlin zahlreiche Spuren, die zu den herausragenden Beispielen moderner Architektur gehören.

Weitere Bauwerke Max Tauts (Auswahl):

  • Schule und Kinderheim in Finsterwalde (1911)
  • Gymnasium  in Nauen (1914-1916)
  • Verwaltungsgebäude des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes in Berlin-Mitte (1922-1923)
  • Dorotheengymnasium in Berlin Köpenick (1928/29)
  • Gewerkschaftshaus in Frankfurt/Main (1929-1931)
  • Wohnanlage in Berlin Britz in der Parchimer Allee (1954-1956)
  • Umbau des Jagdschlosses Glienicke (1963-1964)

 

Quellen:

Bezirksamt Lichtenberg von Berlin Abt. Bau- und Wohnungswesen Hochbauamt (Hrsg.). Max-Taut-Schule Lichtenberg, Berlin 1997

Wikipedia – Beitrag zu Max Taut

Annette Menting. Max Taut. Das Gesamtwerk, München 2003

Datenbank der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zum Denkmalschutz